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mikrokino

Archiv

mikrokino 12.6.14

Donnerstag, 12. Juni 2014, 19:00 im depot bei freiem Eintritt
mikrokino # 210

We will survive and stay alive

Subversiv und mit einem Überraschungsfilm verabschiedet sich kinoki in die Sommerpause. Feministische Rebellinnen kämpfen im New York der 1980er Jahre gegen patriarchale Verhaltensweisen und für die Gleichberechtigung der Frau. Der katholischen Filmkritik war der Film ganz und gar nicht geheuer umso mehr freuen wir uns auf einen grellbunten Abend: „Thematisch ungewöhnliche, fantasievolle und flüssige Untergrundagitation, die allerdings weitgehend nicht mehr als Schlagworte und Phrasen bietet und mit einem fragwürdigen Aufruf zur Gegengewalt endet.“ (Lexikon des Internationalen Films).

mikrokino 15.5.14

Donnerstag, 15. Mai 2014, 19:00
mikrokino #209 


HOCHSICHERHEITSGEFÄNGNIS TYP-F

Typ-F Gefängnis in Kiriklar, Türkei
Neun Regisseur_innen inszenierten in neun Episoden wahre Geschichten von Solidarität und Aufbegehren politischer Gefangener in der Isolationshaft der türkischen Typ-F-Gefängnisse. Der Film wurde von der legendären Protest-Band Grup Yorum produziert.

F Tipi Film/Typ F - Der Film (TR 2012), Regie: Ezel Akay, Baris Pirhasan, Sirri Sureyya Onder, Reis Çelik, Huseyin Karabey, llksen Başarır, Ezel Akay, Sırrı Süreyya Önder, Barış Pirhasan, Aydın Bulut, Hüseyin Karabey, Reis Çelik, Vedat Özdemir, Mehmet İlker Altınay, 115 Min., Türk. OmdU.

mikrokino 10.4.14

Donnerstag, 10. April 2014, 19:00
mikrokino #208

ÜBERLEBEN IM VERSTECK

Heinrich Ehlers, geb. 1939 in Wien, verbringt seine ersten sechs Lebensjahre in einem Kellerversteck im 5. Wiener Gemeindebezirk. Sein Vater, Erster Geiger bei den Wiener Symphonikern, ist Jude, seine Mutter Katholikin und gilt, obwohl in Österreich geboren, aufgrund ihrer polnischen Eltern ab 1939 als staatenlos. In der DVD-Edition Vergessene Opfer von Angelika Schuster und Tristan Sindelgruber erzählt Heinrich Ehlers von der Zeit im Versteck, seinen Erlebnissen nach der Befreiung, seinem Leben in Israel und der Konfrontation mit Antisemitismus sowie mit alten und neuen Nazis nach seiner Rückkehr nach Österreich.
In Anwesenheit der Herausgeber_innen Angelika Schuster und Tristan Sindelgruber sowie dem Protagonisten Heinrich Ehlers.

Ausschnitte ca. 90 Min.
Die DVD-Edition Vergessene Opfer kann über den Verein www.standbild.org bestellt werden.


mikrokino 20.3.14

Donnerstag, 20. März 2014, 19:00
mikrokino #207
HARRAGA - JENSEITS VON PASS UND GRENZEN

'Harraga' brechen mit dem Regime der nationalstaatlich sanktionierten Identität: Mit dem arabischen Wort bezeichnen sich Menschen, die ihre Ausweise oder Pässe verbrennen und oft genug auch ihre eigene Jugend. Nicht nur um übers Mittelmeer oder andere Routen nach Europa zu reisen, sondern um irgendwo anders als im 'bled' - dem Ort ihres Aufwachsens und Herkommens - ihr Glück zu finden. Ernst Logar präsentierte im Rahmen einer Kunstinstallation das Bergdorf Telouet (Marokko) als postkolonialen Ort zwischen Landleben, Wochenmarkt und Tourismus, zum anderen fungierte ein Container als Verkaufsladen, in dem marokkanische Waren verkauft und der bürokratische Prozess der physischen und wirtschaftlichen Grenzüberschreitung dokumentiert wurde. Die beiden Videos "Rachid" und "Telouet" waren Teil dieser Installation und handeln vom jungen Marokkaner Rachid und seinem Bergdorf im Hohen Atlas. Fragen nach den erlaubten und den verbotenen Bewegungen von Menschen und Waren, von Begehren und Projektionen werden aufgeworfen.
"El Berrani" von Aboubakar Hamzi portraitiert Freunde des Filmemachers in Oran: Künstler, Rapper und Anwärter von Harraga. Sie geben dem Prozess, fremd zu werden, Ausdruck – bereit werden, sich auf und davon zu machen.
Juri Schadens Filmessay "Entwürfe" beschäftigt sich schließlich mit der politischen Bedeutung eines Ortes, an dem die freie Bewegung zum Stillstand gebracht wird, dem neuen Schubhaftzentrum im steirischen Vordernberg.

Rachid, R: Ernst Logar, A/Marokko 2012, 4 min
Telouet, R: Ernst Logar, A/Marokko 2012, 25 min
El Berrani (Der Fremde), R: Aboubakar Hamzi, Algerien 2010, 25 min, OF dt. eingesprochen
Entwürfe, R: Juri Schaden, A 2013, 22 min

Anschließend Gespräch mit Ernst Logar und AktivistInnen des Refugee Protest Camps

mikrokino 20.2.2014

Donnerstag, 20. Februar 2014, 19:00
mikrokino #206

ZUM ARBEITERiNNENAUFSTAND IM FEBRUAR 1934

Gefangene Februarkämpfer in Floridsdorf
Knapp ein Jahr nachdem die christlich-soziale Dollfuß-Regierung den Parlamentarismus in Österreich abgeschafft hatte, begann am 12. Februar 1934 von Linz ausgehend der bewaffnete Kampf der sozialdemokratischen Arbeiterschaft für die Wiederherstellung der Demokratie. Das Gedächtnis dieses gescheiterten Aufstands gegen die Faschisierung war immer heikel im großkoalitionären, sozialpartnerschaftlichen Nachkriegsösterreich und filmische Darstellungen sind rar.
Wir zeigen aus Anlass des 80. Jahrestages der Februarkämpfe zeitgenössische Wochenschauberichte aus Österreich und der Sowjetunion. Wir erinnern außerdem an Belá Balázs‘ nicht realisiertes Drehbuch "Hochzeit in Wien", in dem er die Ereignisse in eine Liebesgeschichte verpackte. Schließlich zeigen wir Michael Scharangs „Die Kameraden des Koloman Wallisch“. Scharang erzählt ausgehend von Wallischs Schicksal vom Alltag und von Menschen, die in den Sog der Ereignisse gerissen werden. Auch hier dient eine Liebesgeschichte als Narrativ: Der Werkzeugmacher Viktor ist überzeugter Sozialist. Die Liebe zwischen ihm und der im bürgerlichen Milieu aufgewachsenen Arzttochter Paula droht an der Zuspitzung der politischen Situation zu zerbrechen.

Die Kameraden des Koloman Wallisch. Regie: Michael Scharang, A 1983/84, 90 Min.

Einführung Peter Grabher

mikrokino 9.1.2014

Donnerstag, 9. Jänner 2014, 19:00 im depot
mikrokino #205
HITO STEYERL - MUSEEN ALS SCHLACHTFELDER

Das halbstündige Video „Is a Museum a Battlefield?“ (2013) erarbeitet eine Reihe von Verbindungen zwischen  Kunstsponsoring und Waffenhandel  – im besonderen am Beispiel von Siemens und der Koç Holding. Zwischen Kunst und Krieg entstehen Parallelen: einen Schuss abfeuern, ein Bild schießen... Auch „I dreamed a dream: Politics in the age of mass art production“ kreist um das Verhältnis von Kunst und Kapital: „Warum gibt es so viele Kunstprojekte? Weil wir in einer Welt der künstlerischen Massenproduktion leben. Praktisch jeder ist heute Künstler. (…) Kunstproduktion war früher  eine der elitärsten Aktivitäten, männlichen Meistern vorbehalten, die viel Zeit und Arbeit in die Entwicklung ihrer Fähigkeiten investieren mussten. Wie wurde diese Praxis so grundlegend demokratisiert?“

I dreamed a dream: Politics in the Age of Mass Art Production. Hito Steyerl, 2012, 30 min, engl.
Is a Museum a Battlefield. Hito Steyerl, 2013, 30 min., engl.

Anschließend Gespräch mit Hito Steyerl.

mikrokino 19.12.2013

Donnerstag 19. Dezember 2013, depot / 19:00
kinokis mikrokino #204

VERGESSENE OPFER - ERZÄHLEN ALS ÜBERLEBENSSTRATEGIE

Die Berichterstattung über das grausame Schicksal von Friedrich Zawrel, "Spiegelgrund"-Opfer, Überlebender und unermüdlicher Zeitzeuge, steht im Zentrum dieses Mikrokinos. Seine Erinnerungen schließen die Edition "Vergessene Opfer" ab, in der verdrängte oder bewusst negierte Schicksale in der österreichischen Nachkriegsgesellschaft zur Sprache kommen. "Er hod mi nimma kennt, aber i hob eam kennt", sagte Friedrich Zawrel in einem ORF-Interview über die Wiederbegegnung mit seinem Peiniger, dem Euthanasie-Arzt Heinrich Gross. Dass Zawrel seine Qualen und Erniedrigungen ohne Verbitterung und scheinbar ungebrochen überstanden hat, liegt möglicherweise daran, dass es ihm gelungen ist, sie zum Ausdruck zu bringen.

An diesem Abend werden Ausschnitte aus der 177 minütigen DVD "Kinder- und Jugendfürsorge" in Anwesenheit der Herausgeber_innen Angelika Schuster und Tristan Sindelgruber gezeigt. Parallel dazu findet im Dezember die Ausstellung KRIEG GEGEN KINDER im Wiener Künstlerhaus statt.

Die DVD-Edition Vergessene Opfer. Eine Filmreihe von Angelika Schuster und Tristan Sindelgruber kann über den Verein www.standbild.org bestellt werden.

mikrokino 21.11.13

Donnerstag 21. November 2013, depot / 19:00
kinokis mikrokino #203

DER LETZTE BOLSCHEWIK

Vor 20 Jahren, kurz nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion, versuchte Chris Marker Bilanz zu ziehen über das Experiment des "real existierenden Sozialismus", indem er sowjetische Geschichte durch die Lebensgeschichte eines wahlverwandten russischen Regisseurs erzählte: Alexander Medvedkin - 1900 in die Generation der Revolutionäre hineingeboren und im Jahr des Endes 1989 verstorben - ein Filmenthusiast, der in den frühen 30er Jahren einen Kino-Zug auf die Schienen gestellt und es 1934 in seinem Spielfilm "Das Glück" gewagt hatte, Kritik an den Greueln der Kollektivierung anzudeuten. Marker montiert in seinem Filmessay russisches Revolutionskino mit Videoaufnahmen aus dem Moskau des Jahres 1992: "Von diesem Endpunkt also wird das Abenteuer dieses Jahrhunderts betrachtet und aufgerollt werden: wie eine rote Fahne um das Leben des Alexander Iwanowitsch." (Chris Marker, Exposé zum Film)

Der letzte Bolschewik (Le tombeau d'Alexandre)
Chris Marker, F/GB/FN 1993, 116 min, dt. V.

mikrokino 10.10.13

Kinokis Mikrokino #202
10. Oktober 2013, 19 Uhr

Rani Radovi / Frühe Werke

Regie: Želimir Žilnik, Jugoslawien, 1969, 87 min, schwarzweiß, Original serbokroatisch mit englischen Untertiteln

Drei Männer und eine Frau, die verkörperte Jugoslava, kämpfen sich durch das, was die „Rote Bourgeoisie“ aus dem Sozialismus gemacht hat. Doch ihre revolutionären Ideen finden weder bei den Arbeitern und noch bei den Bauern Anklang, sie glauben sie sich noch nicht einmal selbst. In ihrem Frust schlachten die Männer schließlich Jugoslava.

Žilniks schwarze Parabel, die 1969 in Berlin den Goldenen Bären gewann, aber zu seinem Ausschluß aus der Jugoslawischen Kommunistischen Partei führte, inspiriert zu dringend notwendigen widerborstigen Lektüren der Geschichte der südeuropäischen Sozialismen: Z:B. zu Marina Gržinic's These, dass das neoliberale globale kapitalistische System die finstere Seite des Kommunismus sei und nicht umgekehrt.

Pirika na filmu/Pirika on Film

Regie: Želimir Žilnik, Playground produkcija, Serbien, 2013, 53 min, Original serbisch mit englischen Untertiteln

Als im Oktober 2012 im Berliner Arsenal Žilniks „Frühe Werke“ gespielt wird, meldet sich im Publikum eine Frau und gibt sich als die kleine Pirika zu erkennen, die damals eine Nebenrolle spielte. Žilniks neuester Film ergründet, was seiner damalige Protagonistin in den dreiundvierzig Jahren seither widerfuhr. Ein ergreifendes Portrait einer eigenwilligen Frau, aber auch eine Analyse des postkommunistischen Status Quo in verschiedenen Regionen Europas.

In Anwesenheit von Želimir Žilnik

mikrokino 08.05.13

kinokis mikrokino #200
Mittwoch 08.05.2013, 19:00

Ich sehe was, was Du nicht siehst:
Wider die Unsichtbarkeit und die verordnete Illegalität von Migration


Das Rattern der Züge und die Hoffnung irgendwo anzukommen: Alessandra D'Onofrio lässt Menschen mit ihren Erzählungen und Erfahrungen zu Wort kommen, die es trotz großer Mühen geschafft haben, Europa zu erreichen. Durch Standfotos und gesprochene Statements von Refugees verschafft Caught In between Darkness and Light jenen Leuten Gehör, die durch die europaweite, unmenschliche Gesetzgebung nicht zu Wort kommen sollen. Eine ähnliche Strategie verfolgt der Filmemacher Elias Grootaers – mit Not Waving, but Drowning verweigert auch er gängige Erzählmuster. Ausschließlich aus der Perspektive von Gefängnisinsassen werden deren Eindrücke erzählt: Das versachlichte Verhalten der Wärter_innen ihnen gegenüber spiegelt eine bedrückende Realität wider, in der es zunehmend schwer fällt, die eigene Person sowie Ort, Zeit und Raum als ein Ganzes zu erleben.
"We have nothing that is ours except time, in which even the homeless reside." (Baltasar Garcián)

Anschließend Gespräch mit Refugees vom Protest Camp und Unterstützer_innen
CAUGHT IN BETWEEN DARKNESS AND LIGHT
(R: Alessandra D'Onofrio, I/F/GB 2009)
16 min., Englisch

NOT WAVING, BUT DROWNING (R: Elias Grootaers, B 2009)
53 min., Punjabi / Englisch mit englischen Untertiteln

Ein gemeinsamer Abend mit Ethnocineca – Ethnographic and Documentary Filmfest Vienna. 14. - 17. Mai 2013 im VOTIV KINO, Währingerstr. 12, 1090 Wien.

mikrokino 18.04.13

kinokis mikrokino #199
Donnerstag 18.04.2013, 19:00

Vom Unglück in Griechenland zu sein 

Nach den massiven Protesten und Streiks der letzten Jahre ist es auf den griechischen Straßen ruhiger geworden: Dafür sorgen Arbeitslosigkeit, Gehaltskürzungen, Steuererhöhungen und gestiegene Benzinpreise. Die Doku "Debtocracy" untersucht die Gründe für die Schuldenkrise und spricht dafür mit Ökonomen, Journalisten und Intellektuellen aus der ganzen Welt. Im Film werden an konkreten Fallbeispielen Lösungsvorschläge angedacht, die von der griechischen Regierung, der EU und den dominanten Medien noch nicht einmal in Erwägung gezogen wurden. "Debtocracy" ist der erste griechische Dokumentarfilm über die Krise, der durch crowd-funding finanziert worden ist.

Anschließend aktuelle Kurzfilme zum Thema, kommentiert von Nicolai Gütermann.

DEBTOCRACY
(R: Katerina Kitidi und Aris Chatzistefanou, GR 2011)
1 h. 14 min., Griechisch mit englischen Untertiteln

mikrokino 21.3.13

kinokis mikrokino #198
Donnerstag 21.3.2013, 19:00
ALGERIEN: ANTI-KOLONIALE BEFREIUNG, INTERNATIONALISMUS & CINEMA MILITANT

Der Abend präsentiert Filme von René Vautier in Kooperation mit der in Berlin im Dezember 2012 von Madeleine Bernstorff und Sebastian Bodirsky kuratierten Werkschau "Ohne Genehmigung". Vautier ergriff mit seinem aktivistischen "Cinema militant" Partei für die Unabhängigkeitsbewegungen. Seine Filme prägen die Haltung eines Internationalisten und Widerständigen, der andauernd in Kämpfe gegen die Zensur verstrickt ist. René Vautier 2004: "Eine Kamera war für mich immer eine Waffe, um Zeugnis abzulegen. Doch diese Waffe tötet nicht. Im Gegenteil, sie kann Frieden stiften. Ich habe mich Zeit meines Lebens für einen Dialog der Bilder eingesetzt, alle Filme, die ich gemacht habe, sind Bilddialoge. Der Regisseur partizipiert. Er ergreift für eine Seite Partei und gibt den Menschen eine Stimme, die er vor sich hat."
Im Gespräch mit den Gästen Kader Benamara und Fritz Keller wird es - entlang von Vautiers Filmen - um das persönliche und kollektive Gedächtnis des algerischen Befreiungskampfes gehen sowie um dessen mögliche Aktualisierungen.

Gespräch in englischer Sprache mit:
Kader Benamara, Soziologe, Ökonom, Mitarbeiter des IWF und verschiedener UNO-Teilorganisationen. Autor von "Éclats de soleil et d’amertume", Éditions Barkat, Algier 2012
Fritz Keller, Geschichtsarbeiter und Publizist. Autor von "Gelebter Internationalismus" - Österreichs Linke und der algerische Widerstand (1958 - 1963)", Promedia Verlag, Wien 2010

mikrokino 21.2.13

kinokis mikrokino #197
Donnerstag 21.2.2013, 19:00
1+1=100 ODER DIE SCHULE DES LEBENS

"Stell dir vor, du gehst zur Schule und es macht Spaß! Wer von uns hat nicht schon einmal den Traum von der idealen Schulklasse geträumt und sich vorgestellt, dort mit voller Wildheit seinen Interessen nachzugehen? Haben wir uns nicht alle danach gesehnt, mit Liebe, Respekt und Leidenschaft ganzheitlich aufs Leben vorbereitet zu werden? Achtung! Diese Innenschau aus der Vogelperspektive auf eine Wiener Mehrstufen-Integrationsklasse zielt direkt in die Herzen der Zuschauer, die sich am Ende fragen könnten: Was wäre wohl aus mir geworden, wäre ich in so eine Schule gegangen?” (www.dokit.at)

"Das muss urkomisch sein, wenn man die ganze Zeit so sitzt: Da vorne steht der Lehrer und man muss zuhören, was der quasselt." (Ayana, Schülerin, 8, über Regelschulen)
"In Kenntnis des Films 1+1=100 oder Die Schule des Lebens hätten die Menschen dieses Landes der alten Schule basisdemokratisch ein Grab geschaufelt." (Robert Sommer, Augustin Nr. 318)

1+1=100 oder Die Schule des Lebens
Doris Kittler, A 2012, Musik: Otto Lechner und Max Nagl, 73 min
Anschließend Gespräch mit der Regisseurin Doris Kittler.


mikrokino 17.1.13

kinokis mikrokino #196
Donnerstag 17.1.2013, 19:00
AMARO DROM – UNSER WEG 
Filme von Sasa Barbul

Sasa Barbul, Roma-Aktivist, Schauspieler, Journalist und Textarbeiter begibt sich erneut auf Spurensuche. In seinem Projekt »Amaro Dom« im Rahmen der Wienwoche 2012 unternahm er den Versuch die Geschichte und die (Überlebens-)Kämpfe der Roma in Europa von 1941 bis heute nachzuverfolgen. In seinen Videoarbeiten werden verschiedene Themenfelder skizziert und miteinander verknüpft. Dabei zeichnen die Projektionen nicht nur den bisherigen Weg der Roma nach, sondern suchen auch nach Perspektiven für eine selbstbestimmte Zukunft. Im Sommer 2012 machte er sich daher auf den Weg nach Ex-Jugoslawien.
"Die Selbstdarstellung von Roma steht im Mittelpunkt der Arbeit. Aus verschiedenen Perspektiven werden Formen der Selbstorganisierung sowie die Rolle von Bildung und Historisierung für die Roma-Communities thematisiert. Ebenso erzählen Aktivist_innen, Politiker_innen und Journalist_innen in Interviews von ihren aktuellen Auseinandersetzungen und Zukunftsvisionen." (Auszug Programmtext WienWoche 2012)

Bitte nicht vergessen. Holocaust und Verfolgung der Roma
, 15min. R: Sasa Barbul, 2012
Amaro Drom - Unser Weg. Roma - woher wir kommen - und wohin wir gehen, 35min. R: Sasa Barbul, 2012
In Anwesenheit von und Diskussion mit Sasa Barbul
An diesem Abend sind freiwillige Spenden erbeten/wünscht


mikrokino 13.12.12

kinokis mikrokino #195
Do, 13.12.2012, 19:00
DER HEIMWEHTRÄGER

Eine filmische Hommage an den Dichter Fritz Kalmar, geboren 1911 in Wien, gestorben 2008 in Montevideo. Der Film gibt Kalmars Erzählungen Raum, seinen Erinnerungen an ein Leben, das 1938 einen Einschnitt erfuhr: Nach der Kindheit und Jugend in Wien flieht er, von den Nazis als Jude verfolgt, zuerst nach Bolivien, dann nach Montevideo. In Bolivien war er Präsident der Freien Österreicher, in Uruguay österreichischer Honorarkonsul, der versuchte, politisch Verfolgten während der Militärdiktatur zu helfen. Als Regisseur, Journalist und Erzähler wurde er einer der bedeutendsten Vermittlerfiguren im lateinamerikanischen Exil. Während er - und Verwandte, FreundInnen und GefährtInnen - die Stationen seines Lebens beschreiben, wird aber auch etwas anderes immer deutlicher spürbar: Die Last ungelebten Lebens und eine unheilbare Nostalgie für ein imaginär gewordenes Wien, die Kalmar zum "Heimwehträger" macht: „Es kam in meinem Leben alles zu spät.“

Der Heimwehträger – Neunzig Minuten mit Fritz Kalmar. Eine Freundesgabe
Erich und Libertad Hackl, Ö 2011, 90 min
Gespräch mit Libertad Hackl und Erich Hackl.


mikrokino 16.11.12

kinokis mikrokino #194
Fr, 16.11.2012, 19:00
ERINNERUNGEN AN DIE ZUKUNFT - CHRIS MARKER (1921-2012)

"Man sollte die Sorbonne niederreißen und Chris Marker an ihre Stelle setzen." (Henri Michaux) Chris Marker, der Autor von "Sans Soleil", hat bis zu seinem Tod am 29. Juli dieses Jahres nicht aufgehört sich zu verwandeln und dabei mit Bildern zu denken. Das Programm zeigt mit "La Jetée" den Film, mit dem er den Beginn seines Kinos datierte, wirft mit Agnès Varda einen kurzen Blick in seine Werkstatt und gibt Einblick in die letzten Projekte Markers: Noch mit über 80 Jahren interessierte sich Marker für die virtuelle Welt von Second Life, das er als Verwirklichung einer künstlerischen Utopie begrüßte. Der Film "Ouvroir" flaniert über eine gleichnamige künstliche Insel, die dem Werk Markers gewidmet ist. In "Henchman Glance" kehrte er 2008 zu "Nacht und Nebel" zurück, Alain Resnais' zentralem Film über das System der NS-Vernichtungslager, an dem Marker 1955 mitgearbeitet hatte. Er zeigt, wie der NS-Täter Adolf Eichmann den Film während seines Prozesses in Jerusalem sieht und ergänzt die 1961 gefilmten Blicke Eichmanns mit entsprechenden Gegenschüssen aus "Nuit et brouillard".

Agnès de ci de là Varda (Agnès war da) [Ausschnitt]
Agnès Varda, F/D 2011, dt. F., 6 min

Ouvroir - A Second Life Wandering with Guillaume-en-Egypte
Guillaume-en-Egypte, 2010, engl. F., 30 min

Am Rande des Rollfeldes (La Jetée)
Chris Marker, F 1962, dt. F., 28 min

Henchman Glance
Chris Marker, F 2008, engl. U., 32 min

Gespräch mit Thomas Tode, Filmemacher und Filmwissenschafter, Hamburg. Publikationen u.a.: "Chris Marker, Filmessayist" (Mithg.), "Dziga Vertov: Arbeitshefte/Tagebücher" (Hg.)


mikrokino spezial 15.11.12

kinokis mikrokino SPEZIAL
Do 15.11.2012, 19:00
BAUHAUS & FILM


Zeitschriftenpräsentation und Filmvorführung

Die Meinung, dass es keine „Bauhaus-Filme“ gibt, ist weitverbreitet. Jedoch spielte dieses Medium eine beachtliche Rolle in der Programmatik des Bauhauses. Filmische Praxis war ein Teil des Lehrkonzeptes einer „Wissenschaft des Sehens“. Kunst und Technik sollten eine neue Einheit bilden. 1923 formulierte Oskar Schlemmer die Idee eines Bauhauskinos. Der ungarische Künstler László Moholy-Nagy versuchte ohne Erfolg eine „Versuchsstelle für Filmkunst“ am Bauhaus einzurichten. Trotzdem entstanden beeindruckende Filmarbeiten von Lehrern und Schülern, von denen einige an diesem Abend gezeigt werden. Präsentiert wird die Doppelausgabe von "Maske und Kothurn", die erstmals Beiträge zu den Experimenten der Bauhäusler mit dem neuen Medium versammelt.

BAUHAUS & FILM. Hrsg. von Thomas Tode. Maske und Kothurn Jg. 57, Heft 1-2, 2011. Wien 2011. 208 S.

Filmeinleitung und Gespräch:
Thomas Tode, Filmemacher und freier Publizist in Hamburg, freier Mitarbeiter der Kinemathek Hamburg und Lehrender an der Hochschule für Bildende Künste Hamburg sowie an den Universitäten Hamburg und Bochum.
Klemens Gruber, Professor für Intermedialität am tfm | Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft.
Moderation: Kathrin Wojtowicz (Maske und Kothurn)

Eine Veranstaltung des tfm | Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaften in Kooperation mit kinoki.

mikrokino 18.10.12

kinokis mikrokino #193
Donnerstag, 18. Oktober 2012, 19:00Uhr
EMPIRE ME

Die österreichische Lesart des Wortes Utopie setzt es mit ‚Hirngespinst’ gleich. Dagegen sucht der Regisseur Paul Poet Leute auf, die Utopien als zu realisierende, soziale und politische Wunschträume begreifen: "Wenn Dir die Welt nicht passt, bau Dir Deine eigene!" „Empire Me“ präsentiert sechs sehr unterschiedliche Realisierungen und begegnet den Menschen des Fürstentums von Sealand, der Provinz von Hutt River, der Föderation von Damanhur, des ZeGG, des Freistaats Christiania und der schwimmenden Städte der Serenissima. Das faszinierende Road Movie bewegt sich mitten hinein ins Andersartige von Mikrostaaten, Gegengesellschaften und temporären autonomen Zonen. Er zeigt einen Exodus aus dem globalisierten Kapitalismus - von neoliberalen rechten Glücksrittern bis zu links-anarchistischen modernen NomadInnen. Poets filmischer Blick sammelt nicht Kuriositäten, sondern nimmt das Begehren nach anderen Formen des Zusammenlebens ernst, auch dort wo es scheitert.

Prix du Film Rebelle (Bester Kinofilm) Filmfestival Aubagne 2012
Best Independent Documentary 2012 Worldfest Houston
Doc Alliance Selection 2012 Dok-Filmfestival Jihlava

Empire Me - Der Staat bin ich!
Paul Poet, A/D/LUX 2011, 100 min
Anschließed Gespräch mit Paul Poet.

Politische Filmabende, 1x monatlich bei freiem Eintritt im depot, Breite Gasse 3, 1070 Wien.

Her mit den Bildern!

Im Rahmen der WIENWOCHE präsentiert kinoki ein mehrteiliges Filmprogramm, das die Möglichkeiten medialer Interventionen in soziale und politische Prozesse auslotet. Im Mittelpunkt stehen dabei die Thematisierung gesellschaftlicher Ausgrenzungen sowie die filmische Repräsentation minorisierter Gruppen: Welche Bedeutung hat der Einsatz medialer Mittel für "Minderheiten"-Communities? Wie haben sich die Bedingungen der Sichtbarmachung und Dokumentation verändert? Welche Rolle spielt das audiovisuelle Archiv im Bezug auf Fragen von Selbstdarstellung und Selbsthistorisierung?

Fragen wie diese sollen entlang dreier Themenschwerpunkte erörtert werden: Unter dem Titel "Queerer Aktivismus" begibt sich Kinoki auf die Spurensuche nach den emanzipatorischen Videobewegungen im Wien der 1980er Jahre. In "Soziale Kämpfe und Arbeitsmigration" werden filmische Positionen aus den 1970er/80ern als "solidarische BegleiterInnen" und Ausnahmeerscheinung in der österreichischen Filmlandschaft dieser Zeit vorgestellt. Die Diskussionsveranstaltung "Mit historischen Bildern arbeiten" fragt insbesondere nach der Bedeutung des Archivs und der Auseinandersetzung mit Geschichte im österreichischen Dokumentarfilm nach der Jahrtausendwende.
Alle Screenings von DVD's bei freiem Eintritt und mit Diskussion



Her mit den Bildern! 04.10.12

Kinoki präsentiert im Rahmen der WienWoche:
Her mit den Bildern! Programm 1 / Teil 2:
Donnerstag, 04.10.12,  19:00 Uhr im Schikaneder Kino, Eintritt frei
Autonome Bilder und Queerer Aktivismus / Teil 2
 
Aus Anlass des 30jährigen Jubiläums der Rosa Lila Villa widmet sich der zweite Teil des Programms Autonome Bilder und Queerer Aktivismus zwei Filmen, die die Anfangszeit der Villa dokumentieren. In Jana Cejpeks Film Lila Villa, der 1984 auf Super 8 gedreht wurde, kommen Protagonist_innen der ersten Stunde ins Bild. Lila Villa ist ein filmisches Selbstzeugnis, eine inszenierte Innensicht von queerem Alltag und Aktivismus der frühen 1980er Jahre.  
Tamara Eullers Film Rosa Lila Villa entstand im Zuge ihrer Ausbildung an der Wiener Filmhochschule auf 16 mm Umkehrmaterial. Euller führte damals zahlreiche Interviews mit Aktivist_innen der Villa. Im Vordergrund des Films stehen die politischen Anliegen rund um den Kampf um gesellschaftliche Anerkennung gleichgeschlechtlicher Lebensweisen. Das Originalmaterial des Films ist seit Jahren verschollen.

  
Rosa Lila Villa, A 1983, R: Tamara Euller, ca. 20 min.
Lila Villa, A 1984, R: Jana Cejpek, ca. 25 min.
Mit: Tamara Euller, Jana Cejpek,  Hanna Hacker und Gabriele Szekatsch
Moderation: Katja Wiederspahn

Her mit den Bildern! 03.10.12

Kinoki präsentiert im Rahmen der WienWoche  
Her mit den Bildern! Programm 3
Mittwoch, 3.10.12 um 20:00 im Brick 5, bei freiem Eintritt
Mit historischen Bildern arbeiten

Der vorletzte Abend der Programmreihe: Her mit den Bildern! widmet sich einer zentralen Frage von Bildpolitik und Bildproduktion. Im Rahmen einer Podiumsdiskussion wird die Bedeutung des Archivs und die Auseinandersetzung mit Geschichte im österreichischen Dokumentarfilm nach der Jahrtausendwende zur Debatte gestellt.

Gäste:
Monika Bernold
(Historikerin, Kultur- und Medienwissenschafterin. Forschungsschwerpunkte u.a. : Geschichte und Theorie der visuellen Kultur, Feministische Film- und Medienwissenschaft, sowie Geschlechter-, Konsum- und Mediengeschichte des 20./21. Jahrhunderts)
Kenan Kılıç (Autor und Regisseur zahlreicher Filme. Zuletzt: "Gurbet. In der Fremde", eine Oral-History Filmchronik über die erste Generation türkischer Arbeitsmigrant_innen in Österreich, A 2008).
Cordula Thym (Cutterin, Tontechnikerin und Regisseurin. Zuletzt: "Verliebt, Verzopft, Verwegen. Geschichten lesbischer (Un-)Sichtbarkeiten im Wien der 1950er und 1960er Jahre", A  2009, gem. mit Katharina Lampert)
Klub Zwei (Simone Bader und Jo Schmeiser arbeiten seit 1992 als Künstlerinnenkollektiv. Im Zentrum ihrer Arbeiten steht die Auseinandersetzung mit aktuellen gesellschaftspolitischen Themen, medialen Darstellungen und Repräsentationen)

Moderation:
Dietmar Schwärzler
(Film- und Medienvermittler mit einem Rechercheschwerpunkt zur kleinen filmischen Form. Er kuratiert derzeit die Produktion von INDEX, eine DVD Edition zur österreichischen und internationalen Film- und Medienkunstgeschichte).

Her mit den Bildern! 27.09.12

Kinoki präsentiert im Rahmen der WienWoche
Her mit den Bildern! Programm 2:
Donnerstag, 27.09.12,  19:00 Uhr im Schikaneder Kino, Eintritt frei
Soziale Kämpfe und Arbeitsmigration 


Ich schaff's einfach nimmer © Österreichisches Filmmuseum
Ich schaff´s einfach nimmer A 1972/1973, R: John Cook, 50 min.
Wien vom gesellschaftlichen Rand aus gesehen. John Cook begleitet die Putzfrau Gisi und den Amateurboxer Petrus in ihrem Alltag und visualisiert deren Traum von einem besseren Leben. Der filmische Blick, mit dem hier soziale Existenzen ins Bild gerückt werden, bildet eine Ausnahmeerscheinung in der gängigen Filmlandschaft dieser Zeit. Ich schaff´s einfach nimmer war der erste Film des zur Drehzeit erst seit kurzem in Wien lebenden kanadischen Fotografen John Cook (1935-2001).
„Eine leise, traurige Arbeit über Alltagsexistenz und Alltagssprache, entstanden in einer Ära, als beides im Kino noch so unüblich ist wie die befremdliche Tatsache eines unabhängigen Filmemachers." (Harry Tomicek)

Mit freundlicher Unterstützung von


Gekommen bin ich der Arbeit wegen © Goran Rebić

Gekommen bin ich der Arbeit wegen A 1987, R: Goran Rebić, 23 min. In Gekommen bin ich der Arbeit wegen, dem ersten Film von Goran Rebić, fährt der Filmemacher gemeinsam mit seinem Vater Ratko Rebić die Stationen von dessen Arbeitssuche in Österreich ab. Ratko Rebić, der 1967 nach Österreich gekommen war, erzählt nicht nur von seinen ersten Stationen in Österreich, sondern auch von den anfänglichen Lebensbedingungen und von der Schwierigkeit Arbeit zu finden. Das Ergebnis ist ein dokumentarisches Roadmovie auf Super 8, das die Geschichte der Arbeitsmigration in der Zweiten Republik aus einem subjektiven Blickwinkel erzählt. Gekommen bin ich der Arbeit wegen bildet bis heute eine Ausnahmeerscheinung innerhalb der österreichischen Filmlandschaft.

Mit Goran Rebić und Mehmet Emir
Moderation: Kinoki

Her mit den Bildern! 24.09.12

Kinoki präsentiert im Rahmen der WienWoche
Her mit den Bildern! Programm 1 / Teil 1 
Montag, 24.09.12 , 19:00 Uhr im Schikaneder Kino, Eintritt frei
Autonome Bilder und Queerer Aktivismus / Teil 1
 

Volks Stöhnende Knochenschau © Medienwerkstatt Wien

Die Videoladenbewegung der 1980 Jahre führte zu einer beachtlichen Vervielfältigung audiovisueller Dokumentationen in Wien, die nicht zuletzt mithilfe der Gründung der Medienwerkstatt in Gang gebracht wurde. Dabei ging es in erster Linie um Self-Empowerment. Der Themenabend widmet sich ausgewählten Filmbeispielen aus dem Projekt Videowochenschauen der Medienwerkstatt, das mit diesem Projekt erstmals ein breites Publikum auf der Straße erreichte: „Entscheidend trug dazu der Einsatz eines mobilen Videobusses bei, mit dem auch Vorführungen im ländlichen Umkreis von Wien (auf Hauptplätzen, in Fußgängerzonen, etc.) möglich wurden. Am leichtesten gestaltete sich die Zusammenarbeit mit Gruppen, wo einzelne Mitglieder schon mit Video gearbeitet hatten, so zum Beispiel mit der Homosexuellen Initiative (HOSI). Für jene, die noch keine Erfahrung mit Video hatten, wurden Workshops gemacht, um Schnitt- und Aufnahmetechniken zu vermitteln.“ (Medienwerkstatt-Info Nr. 1/April 1981)

HOSI Bude Reumannplatz 10 min.

Während der Wiener Festwochen 1980 errichtete die Homosexuelleninitiative Wien (HOSI) am Reumannplatz einen Informationsstand. Nach angeblich "wütenden Protesten der Bevölkerung" wurde die Informationsbude geschlossen. Eine breite Solidarisierungswelle mit der HOSI führte in der Folge zur Wiedereröffnung. 
 
Schwul sein kann schön sein 11 min.
Interviews, Stellungnahmen, Gespräche zur Lage von Homosexuellen
HOSI
Coming out - Hans 16 min.
 
Mit: Manfred Neuwirth (Medienwerkstatt), Andreas Brunner (QWIEN) und Kurt Krickler (HOSI)
Moderation: Hannes Sulzenbacher


Cine Memoria

Cine Memoria 
16.–20. Juli 2012

Ein Filmprogramm von KINOKI und Papayamedia zum Internationalen Amerikanist_innen Kongress (ICA) in Wien.
Alle Vorführungen im
NIG, Universitätsstraße 7, 1010 Wien, Eintritt frei.
Programm in deutsch 


Lunes, 16 de julio, 20.00 hs.

La bandera que levantamos
Uruguay 1971, 6 min, Cinemateca del tercer Mundo, Regie: Mario Jacob und Eduardo Terra,

Me gustan los estudiantes
Uruguay 1968, 6 min, Regie: Mario Handler

Liber Arce, liberarse
Uruguay, 1969, 10 min, Regie: Mario Handler

C3M - La Cinemateca del Tercer Mundo

UY/2011, 62 minutos. Dirección: Lucia Jacob
En los años sesenta cinéfilos fundaron la “Cinemateca del tercer mundo” en Montevideo. Con sus proyectos y producciones de películas la cinemateca participó en las luchas políticas. 40 años más tarde, Lucia Jacob les pidió a los iniciadores a acordarse y comentar sus obras de entonces. Mario Handler creó los cortometrajes Me gustan los estudiantes y Liber Arce, liberarse de aquellas para la Cinemateca del tercer mundo.
En presencia de Mario Handler

(todas las películas en versión original en español con subtítulos en inglés)
Martes, 17 de julio, 20.00 hs.
Black Power Mixtape (1967-1975)

S/USA 2011, 94 minutos, Guión: Göran Hugo Ollson
(versión original en inglés con subtítulos en alemán)
Ollson monta grabaciones viejas del moviemiento afroamericano por los derechos civiles, hechas entre 1967 y 1975 de la televisión sueca. El resultado es una historia interesante del moviemiento del Black Power.

Miércoles, 18 de julio, 18.00 hs.
Der Heimwehträger –Neunzig Minuten mit Fritz Kalmar. Eine Freundesgabe

AT 2011, 90 minutos. Dirección: Erich y Libertad Hackl
(versión orginal en alemán)
El homenaje de Erich Hackl al poeta vienes Fritz Kalmar que fue perseguido como judío y huyó de los nazis a Bolivia y luego a Montevideo.
En presencia de Erich Hackl


Miércoles, 18 de julio, 20.00 hs.
Visa al paraiso

México 2011. 108 min. Dirección: Lillian Liberman
(versión original en español con subtítulos en inglés)
El Consul General de México en Francia, el Sr. Gilberto Bosques pudo con la extensión de visados mexicanos salvarle la vida a decenas de miles de personas que estuvieron perseguidas para ser confinadas en los campos de concentración nazi o bien asesinadas por la dictatura de Franco. Lilian Lieberman conversó sobre sus vivencias con el centenario Don Gilberto y además con muchos judíos, comunistas, republicanos emigrantes, dentro de ellos también con Friedrich Katz.

Jueves, 19 de julio, 20.00h
El Lugar más pequeño

El Salvador/México 2011, 109 minutos. Dirección: Tatiana Huezo Sánchez
(versión original en español con subtítulos en inglés)
Hay pocas películas que hayan logrado contar los traumas de la guerra de una manera tan poca sensacionalista y tan resistente, tan sensible y comprensiva. Adaptándose al ritmo de los protagonistas, la directora crea un espacio cinematográfico de encuentro para los sobrevivientes y las almas de los muertos de la guerra civil salvadoreña.

Viernes, 20 de julio, 18.00h
Todo Berlin está en tus ojos - En memoria de Otto René Castillo

RDA/1979, 27 minutos. Dirección: Karlheinz Mund
(versión original en español)
El retrato hecho por Karlheinz Mund del poeta guatemalteco y revolucionario Otto René Castillo que tuvo que huir en 1954 después del golpe de estado contra Arbenz y que estudió en Leipzig y Berlín del Este.

La isla – archivos de una tragedia
Guatemala/Alemania 2009, 85 min, Dirección: Uli Stelzner
(versión original en español con subtitulos en inglés)
En el año 2005 despues de una gran explosión en la ciudad capital de Guatemala se descubre por accidente la existencia de archivos secretos de la Policía Nacional. Millones de documentos, pruebas legales para esclarecimiento del genocidio contra el pueblo por parte del ejército, policía, apoyados y asesorados por Estados Unidos. En la segunda mitad del siglo XX cientos de miles de personas cayeron vícitmas de estas violaciones a los Derechos Humanos.
Uno de los protagonistas de la película, Nim Alae alias Lucio Yaxón Guarax, activista indigena y rapero en su original idioma, el Kakchikel, estará presente. Nim tuvo que salir en el año 2010 en una situación de emergenica en donde peligraba su vida, entre otras causas por su trabajo dentro del archivo.

En presencia de Patrice Castillo y Nim Alae.
Más tarde, Nim Alae rapeará en el patio de la Universidad de Viena.


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kinoki mikrokino #192

Montag, 4. Juni 2012, 19:00 Uhr
EINE FRAU – EIN JAHRHUNDERT

One woman – One century (Jedna žena - jedan vek)
R: Želimir Žilnik, 2011, 110 min, OmenglUT

Želimir Žilniks neuester Dokumentarfilm begleitet die hundertjährige Dragica Vitolović Srzentić auf einer Reise nach Moskau, wo sie 1948 Stalin die diplomatische Note überbracht hatte,  mit der Tito die Unterwerfung unters sowjetische Kommando verweigerte. Die Zeitzeugin, die  als Partisanin gegen die Nazis gekämpft hatte, aber in den 50ziger Jahren als Dissidentin in Haft saß, läßt ein Jahrhundert jugoslawischer Geschichte Revue passieren.

Anschließend Diskussion mit  Želimir Žilnik.


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kinoki mikrokino #191
Donnerstag 3. Mai 2012, 19:00 Uhr 
VON BULLEN UND BÄREN

Da der Finanzmarkt Rezensionen fürchtet, wie der Teufel das Weihwasser, ziehen es Banker vor, in solchen Fällen von Bären-Märkten zu sprechen. Kursgewinne heißen dementsprechend Bullen-Märkte. An diesem Abend werden unterschiedliche Finanzmechanismen anhand von zwei Video-Arbeiten von Oliver Ressler untersucht.

The Bull laid Bear
R: Zanny Begg und Oliver Ressler, 2012, 24 min.
Der Film macht sich über einige Rechtfertigungen für Bankenrettungen und Sparpakete lustig und untersucht, wie es Regierungen in den Vereinigten Staaten und anderen Staaten wie Irland gelang, eine Bankenkrise in eine Haushaltskrise zu transformieren. „The Bull Laid Bear“ hinterfragt unseren kollektiven Glauben an die Finanzmärkte und beschäftigt sich mit der zunehmenden wirtschaftlichen Krise in Europa.

Socialism Failed, Capitalism is Bankrupt, What comes Next?

R: Oliver Ressler, 2010, 19 min.
Im Bazar „Bangladesh“ in Jerewan, der Hauptstadt von Armenien, versuchen täglich mehr als 1000 Personen als HändlerInnen ihr Überleben zu meistern. Im Film erzählen die Kaufleute von ihrem Kampf ums Überleben in der Krise eines post-sozialistischen Staates, in dem der Großteil aller Fabriken geschlossen und das soziale Sicherheitsnetz aufgelöst wurde. 

Anschließend Diskussion mit Oliver Ressler.


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kinoki mikrokino #190

Donnerstag 19. April 2012, 19:00 Uhr
DER TÜRKISCHE TOD UND DAS KURDISCHE MÄDCHEN
 

2011 hat Erdogan die Schraube der Repression gegen die kurdische Opposition angezogen. Über 5000 Menschen sitzen wegen ihrer politischen Gesinnung in türkischen Gefängnissen. Die Türkei ist das Land, in dem weltweit die meisten JournalistInnen wegen unliebsamer Berichterstattung inhaftiert sind. Je mehr sich die Spielräume für legale politische Arbeit schließen, umso mehr junge Leute schließen sich der Guerillabewegung an, die seit 1984 gegen den türkischen Staat kämpft und 1993 eine eigene Frauenarmee gegründet hat.

Guerilleros in den kurdischen Bergen
R: Stefano Savona, 2006, 80 min, OmdtU

Eine Gruppe junger Guerillero/as durchquert Kurdistan auf dem Weg zu ihrem Einsatz in der Türkei. Dabei besuchen sie die Frauenakademie, in der auch Männer geschlechtspolitisch geschult werden.

Bêrîtan
R: Halil Uysal (Halil Dağ) D.: Beritan Dersim, Jinda Baran, Ömer Harran, Mehmet Emin, Dersim Zerevan, uva. 2006, 150 min, OmdtU.

Ein in den kämpfenden Einheiten entstandener Spielfilm über die als Märtyrerin verehrte Kommandantin Gülnaz Karatas, Guerillaname Beritan, die sich 1992 im Bruderkrieg zwischen irakischen und türkischen KurdInnen von einem Felsen stürzte, um nicht den Feinden in die Hände zu fallen.

Nach dem ersten Film Diskussion mit kurdischen AktivistInnen


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kinoki mikrokino #189
Donnerstag 15. März, 19:00 Uhr
 

DIE UNSICHTBARE HAND DES MARKTES
 

In der gegenwärtigen Finanzkrise wird täglich erneut das „Vertrauen der Märkte“ beschworen und der Politik scheint es längst selbstverständlich, alles zu unternehmen, um die „Märkte“ zufrieden zu stellen. Aber woraus bestehen diese Märkte, wer sind ihre Akteure und wie funktionieren sie?
 

The Corporation 
R: M. Achbar und J. Abbott, Can. 2003, 144min. englisch


Die Dokumentation untersucht Aufstieg und Funktion von Kapitalgesellschaften als einer der beherrschenden Institutionen unserer Zeit. In zahlreichen Interviews mit CEO‘s und ihren KritikerInnen (z.B.: Noam Chomsky, Naomi Klein, Howard Zinn und Vandana Shiva) wird das Psychogramm transnationaler Konzerne entworfen. Das Wirtschaftsmagazin The Economist urteilte über den Film: „The Corporation ist ein überraschend rationaler und intelligenter Angriff auf die wichtigste Institution des Kapitalismus.“
Anschließend Gespräch mit CEO und Netzwerkanalytiker Harald Katzmair



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kinoki mikrokino #188

Donnerstag 16. Feber, 19:00 Uhr
GIFT UND GENE
Patente auf genetisch veränderte Nahrungsmittel und die damit verknüpfte zunehmende Monopolisierung der Lebensmittelproduktion haben einen bedeutenden Anteil an der weltweiten Verelendung der Landbevölkerung und der drastischen Situation der Welternährung. Dieser Abend geht der Rolle eines wichtigen Global Players der Saatgutproduktion nach.
Die Welt nach Monsanto
R: Marie-Monique Robin, F/Can. 2008, 109min. OmdtUT

Auf der Basis exklusiver Dokumente und Zeugenaussagen von Opfern, WissenschafterInnen und Politikern rekonstruiert dieser Film die Entstehungsgeschichte des Industrieimperiums Monsanto, das durch eine Serie von Täuschungen, Druckmitteln und Bestechungsversuchen zum größten Saatguthersteller der Welt geworden ist.
Anschließend Gespräch mit Herwig Schuster, Greenpeace, Experte für gentechnologisch veränderte Organismen




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kinoki mikrokino #187
Donnerstag 19. Jänner, 19:00 Uhr
THEATERMACHER
Thomas Bernhard, der Theatermensch schlechthin, fand in Österreich seine totale Volkskomödie. Was passiert, wenn diese bittere Komödie in einen anderen gesellschaftlichen Kontext übersetzt wird? Im Mikrokino wird die Möglichkeit einer Übersetzung Bernhards nach Mexiko diskutiert.
Die Theatermacher – Juan José Gurrola spielt Thomas Bernhard

R: Gin/i Müller, Edwarda Gurrola, Nils Olger, A/Mx. 2009, 54min. OmdtUt.
Die Theatermacher ist ein dokumentarischer Video-Essay über Thomas Bernhard in Mexiko und den mexikanischen Regisseur Juan José Gurrola. Interviews und Archivmaterial sind zu einem einfach komplizierten Porträt der beiden Theatermacher montiert. Thomas Bernhard: „Wir existieren nur / wenn wir sozusagen / der Mittelpunkt der Welt sind.“
Anschließend Gespräch mit Gin/i Müller


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kinoki mikrokino #186

Donnerstag, 15. Dezember, 19:00
NICARAGUITA, BLUME DES BEGEHRENS
50 Jahre nach der Gründung der Sandinistischen Befreiungsfront FSLN wird die nicaraguanische Revolution und die Solidarität mit ihr durch die Prismen zweier filmischer Erinnerungen betrachtet:


Aquellos Años / Jene Jahre
R: [Enrique Polo D'Keratry 1983] La Tercera Puerta 2007, 50 min., Nic., OmdtU.
Nach dem Triumph der FSLN 1979 begann das Sistema Sandinista de Television mit den Dreharbeiten für ein Revolutionsepos: Eine Erzählung von Mario Benedetti, Dokumentarbilder der Schlussoffensive und ein revolutionäres Theaterkollektiv waren die Komponenten der mehrstündigen Erstfassung. 2007 bat der Regisseur das Kollektiv La Tercera Puerta um eine Kurzversion - Revolutionserinnerungen mit Verfremdungseffekten.
Einmal mehr als nur reden
R: Anna Katharina Wohlgenannt, 2010, 72 min, A., dt.
Die Brigade Februar 34 brach 1984 aus Solidarität mit der sandinistischen Revolution von Österreich nach Nicaragua auf. Aus der Idee, die FSLN zu unterstützen, wurde ein Erlebnis, das körperliche Arbeit und handwerkliche Fähigkeiten in den Vordergrund stellte. 25 Jahre danach fragt Anna Katharina Wohlgenannt die TeilnehmerInnen der Brigade, was sie in Nicaragua gesucht haben und montiert daraus einen Film über Engagement, Ernüchterung und die bis heute anhaltende Sehnsucht nach einer anderen Welt. Zum Filmtrailer in YouTube...
Gespräch mit Anna Katharina Wohlgenannt 



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kinoki mikrokino #185
Donnerstag, 17. November 2011, 19:00 Uhr
DAS PROBLEM IST MEINE FRAU (Calle Overweg, D 2003, 52 min.)

Männer, die ihre Frauen schlagen und Rat suchen in der Therapie, stehen im Zentrum der Versuchsanordnung, die dieser "gespielte Dokumentarfilm" präsentiert. Die Therapeuten sind wirkliche Therapeuten, die Täter jedoch Schauspieler, die Sitzungen inszeniert. Die Aussagen der Männer sind sorgfältig erfunden, auf der Basis von ausführlichen Recherchen. Die Laborsituation im Studio ist offensichtlich, der Filmemacher bisweilen im Bild. Doch die Inszenierung bewirkt eine präzisere Analyse von als "männlich" eingelernten Reaktionsmustern als das ein voyeuristischer Blick auf Täter je vermöchte.
Anschließend Diskussion mit
Melek Köse, Soziale Diversity Managerin und  Referentin für Interkulturalität und Kommunikation
Romeo Bissuti, Klinischer Psychologe und Gesundheitspsychologe, White Ribbon Österreich, Männerberatung Wien, MEN Männergesundheitszentrum
Zum Filmtrailer in YouTube...



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transhonduras

 Samstag, 5. Nov, 19:00
Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit der Honduras-Delegation, KINOKI, der Rosa Lila Villa, TransX und Papaya Media Association im Topkino, statt Eintritt freiwillige Spenden.

Esperandola / Awaiting her
(Honduras 2010, 15 Minuten, Regie: James Joint, Original Spanisch mit englischen UT)

Ein Kurzfilm, der einen kleinen Kreis durch Tegucigalpa zieht und dabei einem Schuhputzerbuben, einem Wirtschaftswissenschafter und einem Sexarbeiter begegnet. Die großen Tragödien werden nur gestreift. Man sieht nur ein kleines Stückchen davon. Aber vielleicht gerade deshalb denkt man nachher umso intensiver darüber nach. Awaiting her im Netz

En mis tacones / Auf meinen High-Heels
(Honduras 2011, 30 Minuten, Regie: Fernando Reyes, Original Spanisch mit deutschen UT)

Fernando Reyes ist Gründer der NGO ""Diversitätsbewegung im Widerstand". Sein Film zeigt in eindringlicher Weise die Situation von Transsexuellen in Honduras, ihren Alltag zwischen Diskriminierung, eigener Identitätsfindung, Sexarbeit als Überlebensstrategie und schließlich: die zunehmenden Morde an der Lesbian, Gay, Trans und Bi (LGBT) Community seit dem Putsch 2009. En mis tacones auf dem blog von Fernando Reyes

Anschließend Diskussion mit Fernando Reyes.

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kinoki mikrokino #184
Freitag, 14. Oktober 2011, 19:00
ROMA IN SERBIEN
Einige Blicke auf einige Probleme der Roma in Serbien. Wer hat Lösungen? Woran scheitern sie?
 
Pretty Dyana
R: Boris Mitić, Belgrad 2003, 45 min. OmdtUt.
Aus dem Kosovo vertriebene Roma versuchen in Belgrad zu überleben, in dem sie alte Citroen Diana und 2CV zu Kleinlastern umbauen. Doch die Fahrzeuge, die aus dem Elend führen sollen, finden keine Gnade vor den Augen der Polizei. Der Film ist der serbischen Zeitung Politika zufolge "die am häufigsten raubkopierte Doku des Balkans". Boris Mitić auf Dribbling Pictures

Gazela - Temporary Shelter from 100 to 500 Years
R: Saša Barbul, Vladan Jeremić, Sali Kadrijaj, Rena Raedle, Serbien, 2009, 25 min.
Einer der wenigen Filme von Roma über Roma: Das junge Team macht sich auf die Suche nach den aus Belgrad vertriebenen Roma der Siedlung unter der Gazela-Brücke. Und findet sie: Sie wurden verschleppt in entlegene Gegenden und menschenunwürdige Behausungen. Was allerdings verschwunden bleibt, sind die staatlichen Fördermittel, die eigentlich der Unterbringung der Gazela- Familien gewidmet wurden.....
Anschließend Gespräch mit Sascha BarbulSascha Barbul im Roma Media Archive

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kinokis mikrokino #183
Donnerstag, 16. Juni, 20:00
LOOKING BACK AT GENOVA
Die Proteste gegen den G8-Gipfel in Genua im Juli 2001 markierten einen Bruch in der Entwicklung der globalisierungskritischen Bewegung. Die tödlichen Schüsse eines Carabinieri auf den jungen Carlo Giuliani und das brutale Vorgehen der Polizei lösten einen Schock aus. Zehn Jahre danach sind endlich auch die Verfahren gegen AktivistInnen der "VolxstheaterKarawane" von der italienischen Justiz eingestellt worden. Der Abend ist der audiovisuellen Erinnerung und Reflexion dieser Ereignisse gewidmet. Was bedeuten Sie im Rückblick? Wo sind wir jetzt? Lisbeth Kovacics Kurzfilm "genua, november 2006" kehrt an den Ort zurück und verbindet im Gespräch zweier Stimmen persönliche Erinnerungen mit politischer Reflexion. "Get Rid of Yourself" des Künstlerkollektivs "Bernadette Corporation" ist ein Videoessay, der - 2003 entstanden - die Ereignisse von Genua bereits in der Perspektive der Post-9/11-Welt betrachtet. Beide Filme setzen sich vom medialen Spektakel "Genua" ab durch ein filmisches Nach-denken, das dort beginnt, wo Bilder und Töne getrennt und dann neu zusammengesetzt werden.

genua, nove
mber 2006, R: Lisbeth Kovacic, 2011, 12 min, dt.
Get Rid of Yourself, R: Bernadette Corporation, 2003, 61 min, engl.
Gespräch mit Lisbeth Kovacic.


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kinokis media activism #2
Freitag, 20. Mai, 19:00
THE YES MEN FIX THE WORLD
The „Yes Men“ ist eine US-amerikanische Gruppe von Medienaktivisten, die seit den frühen 1990er Jahren mit spektakulären Aktionen (Fälschung der WTO Website, Fälschung einer Ausgabe der New York Times mit der Bekanntgabe des Endes des Irak-Kriegs, etc.) auf sich aufmerksam gemacht haben. In der Tradition der Kommunikationsguerilla geben sie sich als Repräsentanten internationaler Konzerne oder Institutionen aus und karikieren mit übertriebenen Forderungen auf Konferenzen deren Ziele. Sie selbst bezeichnen dies als „Identitätskorrektur“ - “identity correction“. Bei ihrer ersten Aktion tauschten sie die Sprach-Elektronik von Barbie- und G.I. Joe-Puppen gegeneinander aus und stellten sie zurück in die Geschäfte. Sie veröffentlichten dann eine Erklärung im Namen der „Barbie Liberation Organization“.
Die beiden Dokumentationen porträtieren mit unterschiedlichen filmischen Mitteln die Strategien und Aktionen der Yes Men und geben Einblick in ihre Vorbereitung und Durchführung.
The Yes Men Fix the World, R: Andy Bichlbaum, Mike Bonnano, Kurt Engfehr, USA/F/GB 2009, 90 min, engl.
The Yes Men, R: Dan Ollman, Sarah Price, Chris Smith, USA 2003, 80 min., engl.
Gespräch mit Klaus Schönberger, Kulturwissenschaftler und Autor, Dozent an der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK); Publikationen: "VaBanque. Bankraub - Theorie. Praxis. Geschichte", "Komm herunter, reih Dich ein - Kleine Geschichte der Protestformen" (Hg. gem. mit Ove Suttner).
Eine Veranstaltung des TFM - Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft der Universität Wien in Kooperation mit kinoki.
Am 19. Mai 2011 beginnt die zweitägige Veranstaltung mit einem Gastauftritt der „Yes Men“ am Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft. Raum und Uhrzeit werden rechtzeitig bekannt gegeben (Organisation: Andrea Seier).

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kinokis mikrokino #182
Dienstag 10. Mai, 19:00
KULTUR DES TODES IN EL SALVADOR
In El Salvador sitzt der Tod ständig mit am Tisch. In einem Land mit nur 6 Millionen EinwohnerInnen, werden täglich 15 Menschen ermordet. Der spanisch-französische Filmemacher Christian Poveda begleitete Angehörige der Mara 18, eine der bewaffneten Jugendbanden, die sich inzwischen zu kontinentalen Mafiaorganisationen entwickeln konnten und die einen Großteil der Ermordeten, aber auch der MörderInnen stellen. Zwei Jahre lang arbeitete Poveda an seinem Portrait einer verlorenen Generation, die sich selbst auslöscht. Nach der Fertigstellung gab es Unstimmigkeiten und Mitglieder der Mara 18 erschossen im September 2009 den Regisseur.
In seinem Dokumentarfilm „Entre los muertos“ analysiert Jorge Dalton die Omnipräsenz des Todes in El Salvador als eine Erscheinung, die nicht nur Schicksal ist und Effekt politischer Verhältnisse, sondern auch Ausdruck einer Kultur des Todes, nach deren Wurzeln Dalton sucht.

La Vida
loca - Das verrückte Leben, Christian Poveda, F/Mex/E 2008, 90 min
Entre los muertos - Inmitten der Toten, Jorge Dalton, El Salvador 2006, 60 min
In Anwesenheit von Jorge Dalton.
Moderation: Tina Leisch




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kinokis mikrokino #181
Donnerstag, 21. April, 19:00
BILDER ZU DEN EREIGNISSEN IN TUNESIEN, ÄGYPTEN, …
Die Revolten in mehreren arabisch-sprachigen Ländern schufen offene Situationen, deren Entwicklung niemand absehen kann; scheinbar unvorhersehbar kommt die Revolution immer "zu früh" oder "zu spät". Straub/Huillet gaben 1981 einem Film diesen Titel, in dem Aufnahmen aus Ägypten mit Texten aus "Klassenkämpfe in Ägypten" von Mahmoud Hussein (Maspéro, 1969) verbunden wurde. Wie spiegelt sich die Kette von Ereignissen, die seit Beginn des Jahres das Gesicht der "arabischen Welt" verändert, in Filmen? Der Abend präsentiert ältere, neue und ganz neue Filme, Videos und YouTube-Streams, die historische Gründe, soziale Verhältnisse, aktuelle Selbstverständnisse und Erfahrungen in Tunesien, Ägypten, Jemen, Libyen, … sichtbar machen.
Zu früh, zu spät (Top tôt, trop tard), R: Jean-Marie Straub, Danièle Huillet, Frankreich/Ägypten 1981, 105 min
u.a. Filme
Das detaillierte Programm mit Filmtiteln und Gästen folgt per E-Mail.



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kinokis mikrokino #180/1
Do, 17. März 2011, 19:00
DIE PALÄSTINENSISCHE FILMEMACHERIN ULA TABARI علا طبري - PRIVATE INVESTIGATION I
In "Private Investigation" richtet die palästinensische Filmemacherin Ula Tabari den Blick auf die palästinensische Bevölkerung in Israel, 20-25% der israelischen Bevölkerung. Aus ihrer Wahlheimat Paris kehrt Tabari kurz vor dem israelischen Unabhängigkeitstag, dem palästinensischen Tag der Naqba, der Katastrophe, in ihre Geburtsstadt Nazareth zurück. Sie spricht mit ihren Eltern, mit FreundInnen, mit Menschen auf der Straße über die Frage, was dieser Tag für sie bedeutet. Sie alle haben die israelische Staatsangehörigkeit und sind gleichzeitig palästinensisch. Mit Private Investigation gibt sie eine Innenansicht aus einer Bevölkerungsgruppe, die bei allen Verhandlungen über Lösungsmodelle für den Konflikt zwischen Israel und Palästina nahezu ignoriert wird.

Private Investigation, F/D 2002, Ula Tabari, 85 min, DVD, OmdtU
Gespräch mit Ula Tabari (Paris)



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kinokis mikrokino #180/2
Fr, 18. März 2011, 19:00
DIE PALÄSTINENSISCHE FILMEMACHERIN ULA TABARI علا طبري - PRIVATE INVESTIGATION II
"Jinga" bezeichnet eine Grundfigur des Capoeira, einer afro-brasilianischen Kampf- und Tanztechnik. In diesem von Sklaven entwickelten Kampfstil sind Angriff und Verteidigung nicht zu unterscheiden. Ulla Tabari setzt in "Jinga48" die in "Private Investigation" begonnene Recherche fort. Aus der Generation der Kinder sind nun selbstbewusste, Capoeira übende Teenager geworden, die die filmische Forschung nach palästinensischen Identitäten in Israel und ihrer historischen Wurzeln in den Jahren 1948 und 1976 nun selbst übernehmen.

Jinga48, Palästina/Qatar 2009, Ula Tabari, 76 min, DVD, OmeU
Gespräch mit Ula Tabari (Paris).
Ula Tabari wurde 1970 in Nazareth geboren und lebt seit 1998 in Paris. Arbeit am Theater und Filmproduktion, Filmschauspielerin, u.a. in Filmen von Elia Suleiman. [Mit freundlicher Unterstützung von MA7 - "interkulturell"]

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kinokis mikrokino #179
Do, 17. Februar 2011, 19:00
FEBRUAR 34: TRÄNEN STATT GEWEHRE

Tränen statt Gewehre, A 1983, Karin Berger/Elisabeth Holzinger/Lotte Podgornik/Nadja Trallori, 30 min, DVD
“Im Goethehof hat es dann geheißen: Ein jeder hat seine Waffen! Jetzt haben sie das Bad aufgehaut, die Mauer vom Bad, eine bestimmte Stelle. Da waren drinnen vier Revolver und zehn Gewehre! Und 170 Mann sind dagestanden zum Kampf bereit. Kannst du dir das vorstellen! Das war so deprimierend, dort bin ich so fertig gewesen. Jetzt hab ich gesagt, na das war alles umsonst! Die haben alle nicht kämpfen können. Es hat nicht Stadlau kämpfen können, es hat nicht Kagran kämpfen können. Weil wenn das gemeinsam losgegangen wär, Ottakring und mit allem, das wäre ja etwas Anderes gewesen.” (Anni Haider in "Tränen statt Gewehre")
Anschließend Gespräch mit Karin Berger und Elisabeth Holzinger.

Die Kameraden des Koloman Wallisch, A 1983/84, Michael Scharang, 90 Min., VHS
"Koloman Wallisch, steirischer Nationalratsabgeordneter und Bürgermeister von Bruck a. d. Mur, zählt zu den Märtyrern des Februar 1934. Wenige Tage nach dem Beginn der Kämpfe wurde er am 19.2.1934 von der Dollfuß-Regierung gehenkt. Seine Person ist der Ausgangspunkt für Michael Scharangs Spielfilm. Scharang erzählt von alltäglichen Schicksalen, von Menschen, die in den Sog der Ereignisse gerissen werden. Der Werk-zeugmacher Viktor ist - wie alle Mitglieder seiner Familie - überzeugter Sozialist. Die Liebe zwischen ihm und der im bürgerlichen Milieu aufgewachsenen Arzttochter Paula droht an der Zuspitzung der politischen Situation zu zerbrechen." (filmladen)

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kinokis mikrokino #178
Do, 20. Jänner 2011, 18:00 (Frühere Beginnzeit!)
WUNDKANAL / UNSER NAZI

Ein alter Mann wird entführt und von seinen Kidnappern verhört. Dabei wird die Biografie eines Massenmörders freigelegt. Der Achtzigjährige war als einer der obersten SS-Führer für die Ermordung von Tausenden von Menschen in der Sowjetunion verantwortlich und "Erfinder" einer infamen Liquidationstechnik der Nazis: des fingierten Selbstmords politischer Gefangener. Thomas Harlan, der kürzlich verstorbene Sohn des Nazipropagandisten Veit Harlan, begnügte sich in 'Wundkanal' nicht mit der Rekonstruktion der Geschichte dieses Schreibtischtäters, sondern zieht darüberhinaus Linien vom Nationalsozialismus bis zum Bau der Hochsicherheitstrakte im Stammheimer Gefängnis.
Robert Kramer drehte seinen eigenen Film über Harlans provokatives Projekt: Notre Nazi (Unser Nazi) dokumentiert die Dreharbeiten zu Wundkanal, einem sozialen Experiment, in dem Kinder von Opfern und Täter auf einen wirklichen Täter treffen und das über den fiktiven Prozess in Wundkanal hinausweist. "Das Thema ist heillos, die Filme sind es noch mehr. Man kann Harlans Film nur verstehen, wenn man Kramers Film gesehen hat, und hat man beide gesehen, dann versteht man nichts mehr. Denn Kramer, der so tut, als dokumentiere er nur, denunziert in Wahrheit den Denunziator Harlan. Es ist, als wäre jene Ermordung der 11.000 Juden, an der Filbert beteiligt war, ein Fluch, der noch jene verwirrt und blind macht, die sie verarbeiten wollen." (Ulrich Greiner, Die Zeit 14.9.1984)

Wundkanal, D/F 1984, Thomas Harlan, 107 min, DVD
Notre Nazi, F/D 1984, Robert Kramer, 116 min, DVD
Einführung: Studierendengruppe (TFM)

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kinokis mikrokino extra
Di, 18. Jänner 2011, 18:00
BLACK AUDIO FILM COLLECTIVE




The Knowledge of the Archive: Politics, Film and Memory
Filmscreening und Diskussion
Die von Black Audio Film Collective von den frühen 1980er bis Mitte der 1990er Jahre produzierten experimentellen Dokumentarfilme zählen zu den wichtigsten filmischen Arbeiten in der Auseinandersetzung mit Schwarzer Geschichte in Britannien und darüber hinaus. Vor dem Hintergrund der Arbeitskämpfe und Aufstände, auf die sie sich beziehen, bilden die Filme ein Archiv über Fragen politischer Repräsentation, Geschichte und Erinnerung. Teil der filmischen Praxis war von Anfang an eine Diskursbildung, die in die Cultural Studies Departments oder die Postcolonial Studies hineinwirkte. Was bedeutet dieses widerständige Wissen heute in Zeiten seiner Kommodifizierung in Universitäten, Museen und Kinos, während gleichzeitig etwa eine Auseinandersetzung mit Schwarzer österreichischer Geschichte marginalisiert und negiert wird?
Einleitung von Sophie Goltz (Kuratorin, Berlin) und Therese Kaufmann (eipcp, Wien)
6 pm Handsworth Songs, R: Black Audio Film Collective, UK 1986, 60 min
7 pm The Genome Chronicles. R: John Akomfrah, UK 2009, 33 min
Diskussion mit John Akomfrah, David Lawson (Smoking Dogs Films / Black Audio Film Collective, London)
Veranstaltung in englischer Sprache.
Im Rahmen der Ausstellung Notes on Memories (IG Bildende Kunst) und des Projekts creating worlds (eipcp); in Kooperation mit LUX (London) and Kinoki (Wien).

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kinokis mikrokino #177
Dienstag, 21. Dezember 2010, 19:00
UKAMAU – KONTINUITÄT RADIKALER FILMARBEIT IN BOLIVIEN

Heute gilt Bolivien als Vorzeigebeispiel für überall auf der Welt in Gang befindliche Dekolonialisierunsprozesse. Die derzeitige "Entrümpelung" des kolonialen Erbes – vom Schulsystem bis zur Staatsverfassung – hat eine bewegte und umkämpfte Vorgeschichte. Juan Ismael Saavedra Menacho, der Gast des Abends, kann davon aus erster Hand berichten: Er war Aktivist der nationalen Befreiungsbewegung und Mitglied der Anfang der 60er Jahre gegründeten Filmgruppe "Ukamau". Heute lehrt er visuelle Anthropologie und produziert Dokumentarfilme. Sein jüngster Film "80" unternimmt eine Rekonstruktion des Staatsstreichs 1980, der ihn damals selbst ins Exil zwang. Der vom Grupo Ukamau mit Betroffenen inszenierte Spielfilm "Yawar Mallku - Das Blut des Kondors" denunzierte 1969 die Praxis von Zwangssterilisierung indigener Frauen und bildet ein emblematisches Beispiel für das militante Kino Lateinamerikas.

Yawar Mallku - Das Blut des Kondors, Bolivien 1969, Regie: Jorge Sanjinés, Prod.: Grupo Ukamau, 74 min, OmU
80; Bolivien 2010, Regie: Ismael Saavedra, 70 min, OmU

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kinokis mikrokino #176
Donnerstag, 18. November 2010, 19:00
DIE ZEITLICHKEIT VON ZEICHEN. ISRAEL IN FILMEN VON CHRIS MARKER UND DAN GEVA

Als Chris Marker 1960 Israel mit der Kamera bereiste, betrachtete er das Sichtbare als Zeichenlandschaft: Er entzifferte Zeichen und Chiffren, um aus deren Deutung Fragen zur Zukunft des jungen, utopisch anmutenden Staates zu formulieren. Sein nach einer Erzählung Kafkas benannter Essayfilm "Beschreibung eines Kampfes" ("Description d'un combat") diente fast 50 Jahre später dem israelischen Regisseur Dan Geva als Ausgangspunkt für "Description of a Memory", in dem Markers Film zu einem Medium für die Konfrontation einer vergangenen Zukunft Israels mit einer Gegenwart wird, die Kafkas Welten immer ähnlicher sieht.

Beschreibung eines Kampfes
Chris Marker, F/Israel 1960, 59 min, dt. Version
Description of a Memory
Dan Geva, Israel 2006, 80 min, OV mit engl. UT
Einführung: Peter Grabher, kinoki

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kinokis mikrokino #175
Donnerstag, 21. Oktober 2010, 19:00
"WILDE MINZE" – DIE GEGENWART DER VERGANGENHEIT

Am 23. Dezember 1944 werden am NS-Volksgerichtshof acht Todesurteile vollstreckt. Unter den Ermordeten ist auch die Villacher Kommunistin Maria Peskoller. Ihre Tochter, die damals knapp 16-jährige Helga Peskoller, entgeht einer Anklage und überlebt. 2009 portraitiert die Dokumentation "Wilde Minze" die Jugendliche von damals und zeigt in behutsamen Einstellungen, wie sie zu den verstörenden Bildern eine Sprache gefunden und gelernt hat, das Leben zu lieben. Der Film rekonstruiert unaufdringlich die bewegenden und sehr persönlichen Lebenserinnerungen Peskollers: dem Schmerz zum Trotz, den Nazis zum Trotz, ihrer Mutter zuliebe.

„Wilde Minze“, A 2009, 85 min, Regie/Kamera/Schnitt: Jenny Gand, Interview/Recherche/Produktion: Lisa Rettl
www.wildeminze.at
Anschließend Diskussion mit den Filmemacherinnen Lisa Rettl und Jenny Gand.
Aktuelle Spieltermine:
Salzburg: 05.11.-11.11.2010, Elmo Kino, www.elmokino.at
Klagenfurt: 05.11-07.11.2010, Volkskino, www.volkskino.com
Wels: 08.11.-16.11.2010 und 21.11.2010, ProgrammKINO Wels, www.servus.at/programmkino
Krems: 10.11.2010, Kino im Kesselhaus, www.kinoimkesselhaus.at
Linz: 12.11.-18.11.2010, Moviemento/City Kino, www.moviemento.at
Wien: 24.11.-02.12.2010, Top Kino, www.topkino.at
Ebensee: 02.12.2010, Kino Ebensee, www.kino-ebensee.at
Graz: 03.12.-16.12.2010, Filmzentrum im Rechenbauerkino, www.filmzentrum.com
Alle Kinos bieten außerhalb der regulären Spieltermine nach Vereinbarung
auch Vorstellungen für Schulklassen an.

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kinokis mikrokino #174
Dienstag, 22. Juni, 20:00
ŽELIMIR ŽILNIK: THE OLD SCOOL OF CAPITALISM

Serbien in der Zeit der postkommunistischen Transformation. Der durch die kriminellen Privatisierungen verwüstete Mikrokosmos des globalen Kapitalismus. Die Überreste des zerschlagenen Proletariats versuchen, ihre Rechte zu erkämpfen. Žilniks Dokudrama mixt die dokumentarischen Aufnahmen von Streiks mit fiction: Ein Unternehmer, der sich weigert, seine Arbeiter auszuzahlen, wird von einer Gruppe Anarchisten entführt. Die Erpressung scheitert. Der Kapitalismus hat abermals den Sieg davongetragen – dank der nackten Gewalt. Was lernt man also in der alten Schule des Kapitalismus? Ein Arbeiter im Film fasst die erste Lektion in einem einzigen Satz zusammen: „Wenn du nicht kämpfst, wirst du gar nichts bekommen.“ Warum müssen wir es immer wieder erneut lernen?
The Old School of Capitalism
Serbien 2009, Regie: Želimir Žilnik, 122 min., DVD, OmenglU
Anschließend Boris Buden, Philosoph, im Gespräch mit Želimir Žilnik.
eipcp discursive lines im Rahmen von Creating Worlds, http://creatingworlds.eipcp.net

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kinokis mikrokino #173
Donnerstag, 17. Juni, 20:00
KLIMAWANDEL – DAS ZEITALTER DER DUMMEN

Franny Armstrongs ökoaktivistisches Dokudrama "The Age of Stupid" zeichnet ein ziemlich apokalyptisches Bild der Konsequenzen der globalen Klimaerwärmung: In der Zukunft des Jahres 2055 sind weite Teile der Erde unbewohnbar. In einem metallenen Turm in der Arktis lebt ein alter Mann (Pete Postlethwaite), der anhand von visuellen Bruchstücken aus der Vergangenheit – unserer Gegenwart – erzählt, wie es zur ökologischen Katastrophe kam und sich fragt, weshalb nichts unternommen wurde als dies noch möglich war. Der Film wurde durch "Crowd Sourcing" finanziert, über den geringen CO2-Verbrauch der Filmproduktion gibt der Abspann Auskunft und die Premiere des Films fand im September 2009 in einem solarbetriebenen New Yorker Kino statt.
The Age of Stupid
GB 2009, Regie: Franny Armstrong, Prod.: Lizzie Gillett, 89 min., DVD, OmdtU
Anschließend Gespräch mit Klaus Radunsky, Klimaexperte am Umweltbundesamt, Teilnehmer am Internationalen Klimaprozess (UNFCCC, IPCC).

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kinokis mikrokino #172
Freitag, 21. Mai 2010, 19:00
RADIO ALICE. FILME & KOMMENTARE

In den 1970er Jahren verwandelte sich Italien in ein soziales Laboratorium, in dem Medienexperimente eine entscheidende Rolle spielten. Kurz vor der Ankunft des Privatfernsehens, das heute unter Berlusconi eine TV-Diktatur ausübt, ließ ein Netzwerk von lokalen, „freien“ Radiostationen das staatliche Monopol über den Äther zusammenbrechen. Anfang 1976 begann in Bologna ein junges Radiokollektiv aus den „ehrwürdigen, himmlischen, erhabenen“ Studios von Radio Alice zu senden: Eines Morgens wünscht eine sanfte Frauenstimme – mit indischer Musik im Hintergrund – den Hörern einen guten Morgen und fordert sie auf im Bett zu bleiben. „Eine Einladung an euch, heut morgen nicht aufzustehen, mit jemandem im Bett zu bleiben, euch Musikinstrumente zu bauen und deleuzianische Maschinen.“

Alice é in Paradiso
I 2002, Regie: Guido Chiesa, 77 min., DVD, dt. Übers. live eingesprochen
u. a. Videomaterial aus Bologna 1977.
Kommentare von Franco Berardi „Bifo“, Enrico Palandri, Maurizio Torrealta und Klemens Gruber.
In Kooperation mit TFM – Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft an der Universität Wien

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kinokis media activism #1
Donnerstag, 20. Mai 2010, 19:00
RADIO ALICE. 33 YEARS AFTER

Präsentation der Neuausgabe von
Klemens Gruber, Die zerstreute Avantgarde. Strategische Kommunikation im Italien der 70er Jahre, Wien: Böhlau 2010
„Als würden sie ein anthropologisches Ritual ausführen, hat die Mehrheit der bologneser Jugendlichen beschlossen, sich nackt auszuziehen, Gesicht und Körper zu bemalen wie Wilde bei einer Initiationszeremonie, Grammatik und Syntax zu vergessen, die bekannten Wörter in Anagramme zu verwandeln, in Versen zu sprechen, auf die frühesten Zustände der Vergangenheit zu regredieren und sich die avanciertesten Zukunftsszenarien auszudenken, alle Sprachen der Welt zu verwerfen, um sie neu zu erfinden, weil alle Sprachen der Welt schon längst versagt hatten.“ Maurizio Torrealta im Vorwort zur italienischen Ausgabe L’Avanguardia inaudita, Genua 1996

Der Autor im Gespräch mit
Maurizio Torrealta, Mitbegründer von Radio Alice, Chefredakteur von RAI news24 und Direktor der Journalismusschule „Lelio Basso“ in Rom.
Franco Berardi „Bifo“, Mitbegründer von Radio Alice, Philosoph und Medientheoretiker (u. a. Come si cura il nazi, Roma 1993; zuletzt Precarious Rhapsody: Semocapitalism and the Pathologies of the Post-Alpha Generation, Autonomedia 2009).
Enrico Palandri, Autor zahlreicher Romane (u. a. Boccalone, L’erba voglio 1979; Der Weg zurück, Fischer 1991), Professor für Italienische Literatur am University College London und an der Università Ca’ Foscari Venezia.
Eine Veranstaltung des TFM – Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft an der Universität Wien

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kinoki extra
ab 2. Mai 2010
ERSTER MAI



Filmprogramm zur gleichnamigen Ausstellung im österreichischen Museum für Volkskunde (Laudong. 15-19, 1090 Wien) zusammengestellt und moderiert von Ulli Fuchs.

2. Mai 15:00 Uhr
Die Internationale (USA 2000, R: Peter Miller, 30 min, engl.OF)
Primero de Mayo (La Ciudad-fábrica)/ First of May (The City Factory)” (Spanien 2004, R: Marcelo Expósito, 70 min, Spanisch mit engl. UT)
5. Mai 18:00 Uhr
Das Plakat (1. Teil „Arbeitersaga“), Österreich 1990, R: Dieter Berner, 85 min.
5. Mai 20:00 Uhr

1. Mai -Helden bei der Arbeit (D 2008, R: Jan-Christoph Glaser, Carsten Ludwig, Sven Taddicken, Jakob Ziemnicki . 98 min.)

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kinokis mikrokino #171Donnerstag, 22. April, 19:00
EINE REISE INS HERZ DES ZAPATISTISCHEN WIDERSTANDS

In San Pedro, Chiapas, mitten im aufständischen Gebiet der Zapatistas, soll Sonia verheiratet werden. Während die Armee der Bundesregierung widerständige Gebiete besetzt und immer weiter vorrückt, wird Sonias Heirat beschlossen – sie bekommt als Brautgeschenk eine Kuh. Doch Sonias Herz schlägt für einen anderen, einen Aufständischen – damit gerät sie nicht nur mit den überlieferten Gebräuchen in Widerspruch sondern auch mit dem revolutionären zapatistischen Gesetz. Der Film reflektiert Sonias Schwierigkeiten in einer generationenübergreifenden Erzählung vor dem Hintergrund der konkreten politisch-militärischen Selbstermächtigung der EZLN. Dieser erste zapatistische Spielfilm aus der Selva Lacandona wurde nicht zuletzt möglich durch die Zusammenarbeit der aufständischen Räteregierungen mit Hermann Bellinghausen, der den indigenen Aufstand seit 1994 journalistisch begleitet.

Corazón del tiempo (Heart of Time)
Mex. 2008, Regie: Alberto Cortés, Buch: Alberto Cortés / Hermann Bellinghausen, Kamera: Marc Bellver, DVD, 90 min., span. + engl. UT.
Anschließend Gespräch mit
Tom Waibel, kinoki
Jens Kastner, Soziologe und Kunsthistoriker
Luz Kerkeling, Filmemacher und Autor (La Lucha sigue - Der Kampf geht weiter, Unrast Verlag 2003)

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kinokis mikrokino #170
Mittwoch, 17. März, 19:00
VOLKSKRIEG - EIN HEIMATFILM

"Vor der Kulisse der Hallstätter Alpen erzählt 'Volkskrieg - ein Heimatfilm' eine Geschichte über Solidarität und reflektiert dabei aktuelle gesellschaftliche Problemstellungen wie Arbeitsverhältnisse und Migration. Fünf Menschen treffen sich auf einer Almhütte, bilden eine nicht nur kulturell vielfältige Gemeinschaft und schicken sich an, ihr Leben in die eigenen Hände zu nehmen, um mit natürlicher Selbstverständlichkeit soziale Zwänge zu durchbrechen und Zukunftsperspektiven zu eröffnen. Die unabhängige Filmemacher/innengruppe RMP132 bedient sich dabei der Stilmittel des Heimatfilms der 50er und 60er Jahre, stellt sich in die Tradition des kritischen Heimatfilms der späten 70er und 80er Jahre und kombiniert dies mit den Möglichkeiten des epischen Theaters." (Pressetext)

Volkskrieg - ein Heimatfilm

A 2008, 82 min. Regie/Buch/Schnitt: Jan Pirker, Kamera: Barbara Wimmer, Produktion: RotesMeidlingProduktion132. Mit Alev Irmak, Mamadou H. Wane, Thomas Hoschek, Wang Zhou, Erland Secrieru u.a.
Anschließend Gespräch mit Jan Pirker (und weiteren am Film Beteiligten).

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kinoki extra
JENSEITS DER HERKUNFT
BEYOND BELONGING
Veranstaltungsreihe zu Film und Migration im Rahmen des Josefstädter Kulturherbst vom 16.–30.11.2009

Die von Kinoki zusammengestellte Filmreihe verhandelt und untersucht anhand von drei Beispielen die Lebensbedingungen von MigrantInnen in Österreich und zeigt die lebensbedrohenden Umstände der Menschen auf ihren Wegen in die verheißungsvolle Freiheit.
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